Auch wenn z.B. der Tinnitus innerhalb der 10 Hauptbehandlungstage beseitigt ist, sollte eine Nachbehandlung zur Stabilisierung stattfinden. Denn ein frisch dekonditionierter Tinnitus ist eine ganze Zeitlang wieder leicht aktivierbar, wenn der Betroffene sich zu sehr mit dem Tinnitusthema beschäftigt. Das kann nur eine besorgte Frage nach der Befindlichkeit sein: "Was macht denn eigentlich Dein Tinnitus?" Wenn der ehemalig Betroffenen dann nach seinem ehemaligen Tinnitus lauscht, kann er ihn unter Umständen wieder aktivieren. Er ärgert sich dann natürlich und braucht oft Stunden, um wieder beschwerdefrei zu werden. Ist der Tinnitus einige Wochen oder sogar Monate weggeblieben, ist die Dekonditionierung stabil. Dann kann man sich auch mit dem leidigen Thema befassen, Behandlungsverlaufsberichte oder sogar Bücher schreiben (Karin Peperkorn) oder Betroffene beraten.
Die Nachbehandlung besteht zur Erinnerung! aus dem regelmäßigen Biomentalen Training, das zu Hause über Kassette, CD, mp3 etc. fortgeführt werden muss, den beiden mentalen Minutentechniken (z.B. Postkarte), den Sekundentechniken mit Hilfe der Schlüsselreize und den Nachbehandlungsterminen in der Praxis Dr. Greuel.
Wenn zu erwarten ist, dass z.B. der Tinnitus erst einige Wochen nach der Hauptbehandlung verschwinden wird, was bei den Patienten eher möglich ist, die weit von Düsseldorf entfernt wohnen und deshalb vom Hotel aus zwei mal fünf Tage hintereinander in Behandlung waren, ist bis zur Heilung eine Nachbetreuung besonders wichtig. Diese erfolgt zunächst telefonisch oder über Skype (Internet) und bei Bedarf muss für den "technischen Teil" eine ein- bis mehrtägige Nachbehandlung in Düsseldorf organisiert werden. Alle anderen Patienten aus der Nähe von Düsseldorf können kurzfristige Einzeltermine in Anspruch nehmen.
Warum benötig man überhaut eine Nachbehandlung?
Diese Frage erübrigt sich eigentlich in Anbetracht der Kürze der Therapie.
Wenn ein Tinnitus, der oft Jahre oder sogar Jahrzehnte bestand, durch keine einzige von unendlich vielen Behandlung gelindert oder gar beseitigt werden konnte, nach einer 10-tägigen Biomentalen Therapie verschwindet, grenzt das an ein Wunder. Es muss viel mehr als nur 10 Tage Behandlung passieren, um eine stabile Heilung zu erzielen, besonders wenn der Tinnitus, Hörsturz oder Schwindel mit einem Erschöpfungssyndrom oder sogar Burnout-Syndrom kombiniert ist. Zunächst sind es das disziplinierte Biomentale Training und die erlernten verhaltenstechnischen Anwendungen zu Hause und im Umfeld. Dann sind es die Nachbehandlungen, die technischen, die die Dekonditionierung vertiefen, und die Gespräche, die eventuelles Fehlverhalten korrigieren müssen.
Zunächst könnte man meinen, dass man bei dem Biomentalen Training nichts falsch machen kann. Doch da gibt es u.A. einen gravierenden Fehler, ein Fehlverhalten, welches persönlichkeitsspezifisch ist. Es ist die Ungeduld, die Neigung, sich unter Druck zu setzen. Damit funktioniert die Behandlung nicht. Warum wohl? Vielleicht hat sogar Ungeduld zur Entstehung des Tinnitus beigetragen. Es kommt z.B. relativ oft vor, dass während oder auch nach der Behandlung der Tinnitus für Minuten, Stunden oder auch Tage verschwindet, dann aber wieder unverändert auftaucht. Die Folge ist eine riesige Enttäuschung. Eigentlich sollte so etwas Grund für große Freude sein, wenn nach jahrelangen, permanenten Ohrgeräuschen, diese für eine ganze Zeit weg waren. Im Gespräch versuche ich klar zu machen, dass der Tinnitus weg war, also weg sein konnte. Das hat bis dahin keiner für möglich gehalten. Darüber sollte man sich freuen. Aus meiner Erfahrung kann ich ergänzen, dass er auch wieder weggehen wird und in absehbarer Zeit auch auf Dauer. Das Problem ist die Ungeduld des Betroffenen, seine Erwartungshaltung, die ihn bei jedem Biomentalen Training unter Druck zu setzten droht. Je mehr das Problem in der Behandlung und Nachbehandlung ehrlich gelöst wird, rückt der Erfolg näher.
Vor einer Therapie gegen Tinnitus würde so leicht keiner daran denken, dass der "Verlust" des Tinnitus auch Probleme machen könnte. Über ein weiteres Problem mit Tinnitusverlust wird oft in Nachbehandlungen gesprochen, wenn Patienten nachts erschreckt aufwachen, weil etwas anders ist, etwas fehlt. Wenn sie dann im Halbschlaf zu lauschen beginnen, um nach dem verschwundenen Tinnitus zu suchen, ärgern sie sich über sich selbst, wenn er durchs Lauschen wieder aktiviert wird.
Ein Ausweg wäre das Biomentale Maskerkissen - ein Kissen, auf dem man schläft und das leise Biomentale Klänge "SILENZOhr - tagundnacht" erzeugt. Damit überhört man zwar auch Ohrgeräusche aber man erschreckt auch nicht, wenn Ohrgeräusche verschwunden sind.

Es ist ("für die Nerven") besser, wenn ein Tinnitus, Hörverlust oder Schwindel langsam durch regelmäßiges Training und Nachbehandeln besser werden, also auf einer stabilen, soliden Basis. Man hat dabei zwar nicht den schnellen aber kurzfristigen Erfolg erlebt, dass z.B. der Tinnitus weg gehen kann (s.o), aber man muss bedeutend weniger gegen eigene Ungeduld und Erwartungshaltung ankämpfen. Man muss sich als Betroffener schon genug vor der Ungeduld und Erwartungshaltung anderer schützen, die einen ständig mit dem Thema Tinnitus konfrontieren müssen. Dabei muss es dem Betroffenen in der Nachbehandlungsphase darum gehen, die leidigen Themen zu vermeiden und zu vergessen. Jeder gut gemeinte, ausgeschnittene und überreichte Zeitungsartikel über eine angeblich neue Tinnitustherapie reißt die gerade verheilende Wunde auf, denn damit wird wieder Erwartungshaltung und Ungeduld geschürt.