"Botox hat mich vom Tinnitus befreit".
Interview mit einer mit Botulinumtoxin erfolgreich behandelten Patientin


Andrea H., 48 Jahre, litt sieben Jahre an Tinnitus

Seit 2003 litt Andrea H. unter starken Ohrgeräuschen. Eines Nachts begann das Piepen und Rauschen im Ohr, das wie ein Störsender im Radio klang. Sie ging in die Notaufnahme des städtischen Krankenhauses, sie besuchte zahlreiche Ärzte, doch niemand konnte ihr helfen. „Dass familiärer Stress und Mobbing auf der Arbeit den Tinnitus ausgelöst haben, war schnell klar“, berichtet die vitale Frau. „Doch helfen konnte mir niemand, obwohl ich Infusionen und Medikamente bekam, Heilpraktiker und sogar eine Heilerin besuchte.“ Schließlich versuchte sie, den Tinnitus zu ignorieren. Das Einschlafen sollte Musik erleichtern und auch tagsüber lief der Fernseher, um sich abzulenken. Aufgrund der hohen Belastung wurde die Frühberentung genehmigt.

Durch Zufall stieß 2010 Andrea H. auf Dr. Hans Greuel, der sie mit Botox behandelte. „Nach zwei, drei Tagen wurden die Geräusche schwächer und nach etwa zehn bis vierzehn Tagen waren die Geräusche komplett verschwunden. Ich konnte es selbst kaum glauben.“ Um sich langfristig besser entspannen zu können und einem Rückfall vorzubeugen, macht Andrea H. die Biomentale Therapie. Sanfte Klänge, warme Lichter und Entspannungstechniken helfen ihr, Ruhe zu bewahren. „Mein Leben ist wie ausgewechselt. Ich empfinde wieder Freude und kann am Leben teilnehmen!“

2013 erschien Frau Andrea H. erneut in der Praxis Dr. Greuel und war wie ausgewechselt. Sie arbeitet wieder, hat eine neue Beziehung, ist rundum zufrieden. Sie wünschte erneut die Botox-Spritze, weil der seit 2010 komplett verschwundene Tinnitus sich ab und zu meldet, natürlich immer nach Stresssituationen. Sie wollte einer Verschlimmerung vorbeugen. Die Behandlung wurde durchgeführt. Der Tinnitus meldet sich seitdem auch nicht mehr.

Botulinumtoxin gegen Tinnitus
Horst Zimmermann
Neue Hoffnung für eine Million Tinnitus-Patienten. Nervengift lähmt Ohrgeräusche
Der Düsseldorfer Tinnitus-Arzt Dr. Greuel: Besserung bei 71 Prozent der Patienten nach Behandlung mit Botulinumtoxin

DÜSSELDORF.- Das Nervengift Botulinumtoxin entpuppt sich zusehends als vielseitiges „Wundermittel“. Nach Erfolgen bei der Behandlung hässlicher Falten, schmerzhafter Migräne, von Schielen und übermäßiger Schweißbildung zeichnet sich ein weiteres Einsatzgebiet gegen lästige Ohrgeräusche wie Tinnitus und Hörsturz ab.

Die Hoffnung, endlich über eine Anti-Tinnitus-Spritze zu verfügen, sei keineswegs abwegig, berichtet der Düsseldorfer Arzt Dr. Hans Greuel gerade auf der Internet-Seite www.ohrfrei.de . Greuel, der in seiner Düsseldorfer Tinnitus-Klinik bereits über 20000 Patienten betreut hat, verfügt über langjährige Erfahrungen mit Botulinumtoxin bei der Behandlung bestimmter Gesichtsfalten und von Migräne.

Dabei zeigte sich in einigen Fällen, dass als Nebeneffekt auch störende Ohrgeräusche verschwanden oder nachließen. „Ich habe dem zunächst keine besondere Bedeutung beigemessen, weil ein Zusammenhang eher unwahrscheinlich schien“, so Greuel. „Als aber vor zwei Jahren eine Studie in den USA über Erfolge beim gezielten Einsatz am Ohr erschien, startete ich einen Versuch.“

Inzwischen vergfügt Greuel über Ergebnisse aus dem Einsatz des Nervengiftes bei 76 Patienten: „Bei 54 von 76 Patienten, also bei 71 Prozent, stellte sich eine bis zwei Wochen nach der Behandlung eine deutliche Verbesserung ein. Vier Patienten sind seit der dritten Behandlung völlig beschwerdefrei.“ Noch ist der Wirkmechanismus von Botulinumtoxin gegen Ohrgeräusche nicht geklärt. Deshalb gibt es vorerst auch nur Vermutungen, warum einige Patienten nach der Behandlung beschwerdefrei wurden, andere aber nicht.

Greuel hält zwei Annahmen für naheliegend: „Einige Patienten sind bereit, einige Stressfaktoren aus ihrem Leben zu verbannen. Da könnte die Besserung nach der Behandlung dafür gesorgt haben, dass keine Bedingungen für neue Ohrgeräusche entstanden. Zum anderen könnte die Besserung aber auch den Patienten die Wiederaufnahme ihrer normalen Aktivitäten erleichtert haben, wodurch sich wiederum die gesamte Durchblutung und der allgemeine Gesundheitszustand gebessert haben.“

Vorerst ist der Einsatz des Nervengiftes gegen Ohrgeräusche von den Kassen nicht als Therapie anerkannt. Die Behandlung muss deshalb privat bezahlt werden. Die Kosten für eine Behandlung liegen bei Dr. Greuel bei 350 Euro. In Deutschland leiden etwa eine Million Menschen unter ständigen Ohrgeräuschen.


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